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Junker Langløkkegård 2009
Junker Langløkkegård 2009

Dänemark

Barockpferd mit Eignung zur hohen Schule

nicht über 156 cm

alle Farben, wenig Abzeichen erwünscht

Ursprung

Beim Frederiksborger handelt es sich um eine der ältesten Barockpferderassen der Welt. Die „Regulus – Linie“ geht auf das Jahr 1690 zurück und ist bis heute in den Zuchtbüchern nachweisbar.

Nicht nur in ihrem Ursprungsland Dänemark war die Rasse zur Zeit des Barock und der Renaissance ein beliebtes Prestigeobjekt der Könige. Auch in anderen europäischen Königshäusern repräsentierten die „Dänischen Rosse“ ästhetische Eleganz, große Veranlagung für die Hohe Schule und Gelehrigkeit.


Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Der Frederiksborger ist ein genügsames, leichtfuttriges und anspruchsloses Pferd. An das nördliche Klima angepasst, kommt die Rasse mit Temeraturschwankungen und mit jedem Wetter gut klar.

Exterieur

Die Interessengemeinschaft ”FredeErfa” beabsichtigt, die Zucht von Frederiksborger Pferden durch Reinzucht (soweit möglich) und Rekonstruktionszucht zu unterstützen, so dass das klassische Frederiksborger Pferd bewahrt und in der Reitakademie eingesetzt werden kann.


Kopf und Hals

Kleiner, bis mittelgroßer Kopf, trockene und ausgeprägte Gesichtszüge, gerne mit konvexem Profil (leichter ”Ramskopf”) Kleine, schmale, aufgestellte Ohren

Große, hervortretende Augen (nicht zu schmal und tiefliegend) Gerader Unterkiefer

Gute Ganaschenfreiheit, sichtbarer Übergang zwischen Kopf und Hals, Oberkiefer größer als Unterkiefer

Langer, hoch aufgesetzter Hals, nicht zu schwer, Übergang zum Widerrist ohne Axthieb, ausgewogenes Verhältnis zwischen Halsansatz – Schulter und Buggelenk

Ein langes Genick, das in ein leicht gebogenen Hals übergeht, wobei sich die Halswölbung in der Aufrichtung am höchsten Punkt des Genicks beginnt (aber kein Schwanenhals)

Volles Stirnhaar und volle Mähne


Schulter, Widerrist / Vorhand

Lucas Engly, V: Arkebal, Wallach, geb. 2000
Lange, schräge, große, gut geformte flache Schulter mit großer Bewegungsfreiheit

Winkelung ca. 90 Grad (Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm)

Wenig markierter, etwas zurückliegender Widerrist (unterstützt die Schulterfreiheit) Zur Größe des Pferde passende Brustbreite - und Tiefe


Oberlinie, Rumpf/ Hinterhand

Gewünscht ist ein Quadratpferd

Kurzer Rücken mit einer starken Rückenbemuskelung/ Oberlinie

Abgerundete, breite Kruppe, gerne mit Einkerbung (”Apfelhintern”), Schweifansatz nicht zu hoch getragen, langhaariger, dichter Schweif.

Tiefer, breiter, gewölbter Brustkorb (zur besseren Atmung)


Vorderbeine:


Leichte, trockene Vorderbeine, regelmäßige Gliedmaßenstellung, die Länge der Vorderbeine soll zum Körper passen, so dass dieser dem Quadratpferdetyp nahe kommt.

Ellbogenfreiheit, (der Ellbogen soll nicht zu nah am Körper sein, aber auch nicht abstehen)

Muskulöser, kurzer Unterarm (in Relation zum Röhrbein) für hohe Knieaktion Großes, flaches Vorderfußwurzelgelenk Große, muskulöse Fessel Kronrand und Hufwand im passenden Winkel


Hinterbeine:

Leichte, trockene Hinterbeine, regelmäßige Gliedmaßenstellung, die Länge der Hinterrbeine soll zum Körper passen, so dass dieser dem Quadratpferdetyp nahe kommt.

Direkt unter der Hüfte platziertes Knie (gleichschenkliges Dreieck zwischen Hüfte, Knie und Beckenknochen oder gleichseitiges Dreieck, wobei die Seiten im Dreieck von der Hüfte zum Beckenknochen und vom Knie zum Beckenknochen gleich lang sind)

Unter dem Beckenknochen platziertes Sprunggelenk, groß und muskulös

Passende, große, muskulöse Fessel Kronrand und Hufwand im passenden Winkel


Bewegungsablauf:

Taktfest, geschmeidig, raumgreifend mit Schubkraft aus der Hinterhand, Knieaktion und Aktion im Sprunggelenk

Farbe und Abzeichen:

Keine oder wenige Abzeichen bei einfarbigen Pferden

Ideales Stockmaß:

Hengste: nicht über 156 cm Stuten: nicht über 156 cm

Der Idealtyp des klassischen Frederiksborgers ähnelt dem des Reiterdenkmals von Jaques Saly auf dem Schlossplatz von Amalienborg.


Anhand der Figur lassen sich alle Merkmale erkennen:

Die Hengste, die für die Statue Modell standen, hatten ein Stockmaß zwischen 148 cm und 164 cm (Durchschnitt 155 cm).

Das Material wurde freundlichst zur Verfügung gestellt von Anne Fjellbro Petersen / Übersetzung:Inka Bennemann

Interieur

Frederiksborger

Hengste sind feurig, selbstbewusst, stolz und zäh, dabei aber ihrem Besitzer stark zugewand und bereit, mit ihrem Menschen durchs Feuer zu gehen. Sie sind höchst intelligent, leistungsbereit, unerschrocken und präsentieren sich gerne unter dem Reiter. Sie lieben LOB und Applaus. Bei der ”Erziehung” sollte man allerdings mehr auf Mitarbeit als auf absolute Machtkontrolle und Dominanz bauen. Ein Frederiksborger will gefragt werden, bevor er etwas für dich macht!

Stuten sind oftmals sehr mütterlich und in der Herde insofern dominant, als dass sie mit jedem Herdenmitglied in Kontakt stehen wollen. Sie lassen sich nicht so leicht ”abwimmeln”, auch nicht von ihrem Menschen. Ihre Anhäglichkeit und Fixierung auf den Menschen nimmt teilweise ”tamagotchiartige” Züge an. Aussprüche wie ”kümmere dich um mich”, ”mach was mit mir” werden ziemlich deutlich kundgetan. Auch die Stuten sind überaus intelligent, zäh, leistungswillig und ehrgeizig. Wiederholung langweilt sie bald, Neues wird aufgesogen und gerne gezeigt. Ihrer Natur nach wirken sie manchmal zickig, sind aber leicht überzeugbar und schnell wieder bei der Sache.

Wallache wirken sehr unkompliziert, sind aber sensibel und unheimlich menschenfreundlich. Man hat fast den Eindruck, dass sie die ihnen genommene Hengstnatur dadurch kompensieren, dass sie sich voll und ganz in den Dienst ”ihres” Menschen stellen. Aufopferungsbereit wollen sie immer alles richtig machen, wirken ständig arbeitsbereit, neugierig und motiviert. Auf intelligente Weise versuchen sie, mit ihrem Menschen zu kommunizieren, was das Reiten zu Zwiegespräch werden lässt. Ihre Offenheit ist einnehmend und färbt ihren gesamten Ausdruck. Jedoch Vorsicht! Enttäuscht man einen Wallach und kränkt ihn auf ungerechte Weise, wird er unsicher und wendet sich ab. Vertrauen braucht man sich bei ihm nicht zu erarbeiten, man muss es erhalten!

 

Natürlich sind diese Beschreibungen sehr subjektiv – basieren sie doch auf Erfahrungen von Frederiksborger Liebhabern und auf den vielen eigenen Erlebnissen mit den Pferden dieser Rasse.

Zuchtgeschichte

Schon vom frühen Mittelalter gibt es Quellenaufzeichnungen über Zucht, Haltung und Export von Pferden aus Dänemark. Abt Wilhelm von AEbleholt erhielt z.B. einen Dankesbrief vom Abt Stephan in Paris, weil er ihm ein „prachtvolles Pferd“ geschenkt hatte. Eine andere Quelle aus der Zeit um 1200 belegt, dass allein von der Hafenstadt Ribe aus 8000 Pferde exportiert wurden. Der Chronist Arnold von Lübeck bemerkt passenderweise, dass Dänemarks eigentliche Reichtumsquelle die Pferdezucht sei. Während des gesamten Mittelalters waren Pferde für den Transport, als Arbeitsgerät und für den Krieg unverzichtbare Gebrauchsgüter. Der Bedarf und Verbrauch von Pferden war enorm. In einem Bericht von 1311 wird erwähnt, dass König Erik Menved bei einem Fürstenfest in Rostock mehr als 80 Männern „einen Passgänger für jeden“ mit Zubehör und Bekleidung vermacht hatte, bevor diese zum Ritter geschlagen wurden. Nicht umsonst war der Ritter auf dem Pferd die Ikone des Mittelalters.

Die Pferdezucht im Mittelalter hat in Dänemark auf im Lande verstreuten königlichen Gütern, Adelssitzen und Klöstern stattgefunden. Der König nahm seine administrativen Pflichten hinsichtlich der Pferdezucht wahr, indem er auf Rundreisen die Gestüte besuchte. Mit der Reformation übernahm die Krone 1536 das Kirchenland der Klöster und wurde durch Tausch mit Ländereien Adeliger zum größten Großgrundbesitzer in Nordseeland. Während der Zeit Christian des III. wurden friesische Pferde für die „Gestütsvange“ beim See Esrum eingekauft. Sein Sohn Frederik II. interessierte sich ebenfalls für die Pferdezucht und importierte andere Rassen. Im Jahre 1560 verließen die letzten Mönche das Kloster Esrum und der König veranlasste im selben Jahr, dass alle Pferde des Schlosses in Nyborg nach Fauerholm gebracht werden sollten. Der folgende königliche Befehl stammt vom 5. April 1584: „Der König hat veranlasst, dass nur Fohlen von Fauerholm geholt werden dürfen; das graue, türkische Pferd, das der König vom polnischen Regenten bekommen hat, soll in die jüngste Gruppe von Fauerholm.“ Das Anwesen Fauerholm hatte Frederik II. mit dem Adeligen Peder Oxe getauscht, der stattdessen das Gut Tollöse in Mittelseeland erhielt. 

"Zarif (?)"(nach Gebauer)

Pferde der Renaissance

Aus einem Brief vom nächsten Tag geht hervor, dass es neben Fauerholm ebenfalls Gestüte in Esrum und Hörsholm gab und dass dort unter anderem rumpfige, kräftige Pferde, den friesischen Pferden ähnlich, gesammelt seien. Diese wurden hauptsächlich als Fahrpferde benutzt. Offensichtlich war der König auch im Besitz von türkischen (arabischen) und ungarischen Pferden und importierte zusätzlich Pferde aus Italien und Spanien, um die Zucht zu entwickeln. Die Zeit der Renaissance stellte sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich neue Anforderungen an das Aussehen und die Anwendung der Pferde. Als Machtsymbol wurden Pferde nun vermehrt in repräsentativen Zusammenhängen angewendet. Schon in der Regierungszeit Frederik des II. war das „Dänische Pferd“ überall in Europa bekannt. Der erzkatholische spanische Regent Philip II. bestellte im Jahre 1583 sechzig Stuten für seine Zucht und der französische König forderte die gleiche Anzahl. Man muss sich den Prototypen dieser Zeit als ein robustes, vielseitiges Pferd vorstellen, das sich sowohl zum Reit- als Auch Fahrpferd eignete.


Christian IV. ließ Schloss Frederiksborg weiter zum Renaissanceschloss umbauendem und 1599 wurde dem Lustschloss „Sparepenge“ ein Stall für 300 Pferde zugefügt. Man führte das Brennen der Pferde ein und 1610 wurde Esrum, das hauptsächlich Weidewirtschaft betrieb, der Hauptsitz des Gestütes. Ein ähnliches Projekt war für das Kloster Börringe in Skone vorgesehen. Im Zusammenhang mit dieser Umlegung wurden einige Dörfer entlang des Esrum Sees umgesiedelt und das Land wurde den Gestütsvangen (Koppeln) zugegeben, die man mit Gräben und Mauern umgrenzte. Außerdem befanden sich zwei Herden direkt beim Schloss Frederiksborg, wo auch das Zureiten der Pferde vor sich ging. Das „Dänische Ross“ wurde 1610 als eine der sechs edelsten europäischen Pferderassen beschrieben. Es war ein barocker Typ mit bedeutender Tiefe, wie die Reitportraits der Zeit zeigen.

 

Die Bedeutung des Krieges

Die Schwedenkriege mit der Besetzung und den Plünderungen von 1657 -1660 wirkten sich negativ auf die Gestüte aus. Einen Teil der Pferde nahmen die Schweden als Kriegsbeute mit, andere liefen verwildert in den Wäldern herum und es war schwierig, einen Überblick über die Situation zu bekommen. Es heißt hierüber in einem Schreiben von 1661: „Draußen im Kronenborg Lehen gibt es keine Hofstelle mehr außer Esrum, wo sich ja das königliche Gestüt befindet.“

Absolutismus und Barockpferde

Christian V. (1670-1699) hatte bereits als Kronprinz den Hof Ludvig des XIV. besucht und die Pracht des Absolutismus aus nächster Nähe kennengelernt. Schon im Jahre 1670 führte er die Jagdmode der Zeit, die Parforcejagd, bei Hofe ein und holte sich dazu englische Ratgeber und englische Jagdpferde. Im Laufe der nächstenr Jahrzehnte erholte sich das Gestüt offensichtlich. Darauf weist z.B. die Mitgift hin, die König Christian V. seiner großen Schwester , Ulrikke Elenora, mitgab, als diese nach Ende des Schwedenkrieges 1679 mit dem Schwedischen König Carl dem XI. verheiratet wurde: nicht weniger als 7 Gespanne mit jeweils 6-7 Pferden in gleicher, außergewöhnlicher Farbe dienten als Brautgabe.

Ein Wettrennen

Es gab eine berühmte Wette über die Qualität der Dänischen Pferde zwischen dem Englischen Gesandten Robert Molesworth und dem Oberstallmeister des Königs, Anton Wolff Baron von Haxthausen. Die beiden wetteten die nicht ganz unbeträchtliche Summe von 1000 Holländischen Dukaten darauf, ob eines der Pferde des Gestütes die Distanz von Nörreport in Kopenhagen zum Stadttor in Hilleröd, also insgesamt 35 Kilometer, unter der Zeit von 45 Minuten laufen könne. Molesworth wurde gestattet, frei zwischen fünf Pferden aus dem königlichen Stall zu wählen und er suchte sich einen kleinen Tigerschecken aus. Dieser gewann den vierzehn Tage später durchgeführten Ritt in 42 Minuten, also 2 Minuten unter der vereinbarten Höchstzeit. Es handelte sich bei diesem Pferd um einen so genannten Coureur, der speziell für Parforcejagten eingesetzt wurde. Dieses Pferd wurde ausgestopft und befindet sich heute im Reitbahnmuseum auf Schloss Christiansborg.

Reitvorführungen

Pferderennen waren Ende des 17. Jahrhunderts eine eher ungewöhnliche Erscheinung. Das öffentliche Auftreten der Pferde war auf repräsentative Zusammenhänge begrenzt (z.B. Hochzeiten und Begräbnisse). Außerdem veranstaltete der Hof für seine Gäste Auftritte der Pferde in der Reithalle des Schlosses Christiansborg. Die Freiluftreitbahn im Schlosshof konnte natürlich auch genutzt werden und es gab noch viele andere Areale in Kopenhagen, wo man die Pferde präsentieren konnte. Dem Vernehmen nach bevorzugte Christian V. ein Areal im Garten von Schloss Rosenborg als Reitbahn, und „Kongens Bytorv“, wo heute seine Reiterstatue steht, war ursprünglich als Reitbahn geplant. Bei großen Hoffesten trat der König selbst gegen andere Reiter zum Turnier im Ringreiten oder in fingierten Gefechten an. Der Gewinner erhielt kostbare Prämien. Eine Augenzeugenquelle berichtet ausführlich über solch ein Ereignis bei den Festlichkeiten zur bevorstehenden Hochzeit Ulrikke Eleonoras am 11. April im Jahre 1680: Nach dem Ringreiten und dem Pferdeballett kamen zum Schluss Kämpfe mit Bären, Hunden und Stieren.

Die Hohe Schule

Christian V. war selber ein vortrefflicher Reiter, der, wie gesagt wurde, sechs Pferde an einem Vormittag müde reiten konnte. Dabei handelte es sich um das tägliche Training in der Dressur nach den Prinzipien der Hohen Schule. Die Lektionen und Schulsprünge sind ausführlich auf einigen Gemälden aus den 1690er Jahren dargestellt. Diese Werke eines unbekannten Künstlers hängen heute noch im Schloss Rosenborg. Auf jenen Bilden kann man die verschiedenen Lektionen, Volten und Sprünge, die eigentlich aus der Kriegskunst stammen, bewundern. Die Hälfte der vierundzwanzig Gemälde schildert diese Dressurübungen, die andere Hälfte zeigt die so genannten „Reit -Karussells“ mit Ringreiten und anderen Vergnügungen. Die abgebildeten Pferde haben, ähnlich wie der heutige Lipizzaner, die typischen Kennzeichen eines Barockpferdes: die Ramsnase, ein mächtigen, hoch angesetzten Hals und einen tragfähigen Rücken mit muskulöser Kruppe. Die Pferdedarstellungen sind zwar nach der Mode der Zeit im manierierten Stil gehalten, zeigen aber dennoch die typischen Merkmale der Frederiksborger Rasse.

Reinzucht

Im Jahr 1690 wurde eine neue Gestütsordnung erlassen, in der neue Prinzipien für die so genannte Reinzucht nach Farben festgesetzt wurden. Man ordnete die Pferde in farblich gleichen Gruppen (rote, weiße usw.), so dass der König über mannigfaltige Gespanne für seine Staatskarossen verfügen konnte. Die Reinzucht nach Farbe unterlag dem Wandel in der Mode der letzten Jahrzehnte und entsprach den Idealen des Rokoko. Sie galt als richtungsweisend für das Zuchtgeschehen 18. Jahrhundert. Um die Bestrebungen der Reinzucht voranzutreiben, wurde eine große Anzahl Spanischer Hengste eingekauft und mit zunächst mit guten Resultaten in der Zucht eingesetzt.

Ritterlehen

Um 1700 wurde die so genannte Ritterlehenverordnung eingeführt. Jeder Kavallerist erhielt eine kleine Hofstelle sowie ein Pferd und musste für den Kriegfall bereit stehen. Die Landgüter der Krone wurden zu diesem Zwecke aufgeteilt und das königliche Gestüt lieferte die Pferde. Im Jahre 1717 wurde ein großer Teil des Bodens von Esrum Kloster in Lehen aufgeteilt. Im selben Jahr zog das königliche Gestüt zum Schloss Frederiksborg. Im Jahre 1720 wurde der Hof „Lille Ladegaard“ (Hillerödsholm) in der nähe des Schlosses zum neuen Gestütszentrum ausgebaut. Eine Karte um 1720 gibt einen Überblick über die Gestütsteile und die Ritterlehen. Sie zeigt ein großes Areal mit dem Zentrum beim Grib -Wald und beim See Esrum. Die Koppeln waren über ganz Nordseeland verteilt, von Eggebaek im Osten bis Pandehave im Norden. Viele Namen in Nordeseeland , wie zum Beispiel „Hestehave“ („Pferdegarten“) bei Hilleröd und eine Reihe von Orten mit der Wortendung „ – vang“ verweisen auf die Gestütsaktivitäten.

Höhepunkt des Gestüts

Der erste Teil des 18. Jahrhunderts wird als der Höhepunkt des Gestüts angesehen. Es bestand in dieser Zeit aus der größten Landfläche des Staates (mit dazugehörigen Hofstellen bis zu 11.300 Hektar), hatte 100 angestellte Arbeiter und beherbergte bis zu 1600 Pferde. Dieser bombastische Höhepunkt des Gestüts bedeutete mittelfristig auch sein Ende. Das Prinzip der Reinzucht nach Farben barg das große Risiko der Inzucht. Dieses Problem wurde immer dringlicher. Außerdem war der Verbrauch an Pferden enorm, weil die außergewöhnlich prächtigen Pferde mit ihren ungewöhnlichen Farben als Prestigeobjekte der Königsmacht vorzugsweise an andere Könige verschenkt wurden. Als König Frederik IV. (1699-1730) sich auf Europareise begab, verschenkte er z.B. unterwegs zwei seltene, weiße Hengstgespanne aus dem Krogdalgestüt. In den Jahren wurden ungefähr 150 wertvolle Zuchtpferde verschenkt, was dazu führte, dass man neue, andere Pferde hinzukaufen musste. Beim Begräbnis Frederik des IV. im Jahre 1730 benutzte man für den Leichenzug von Kopenhagen nach Roskilde nicht weniger als 120 schwarze Pferde.

Fortsetzung der Erweiterung

Bis ungefähr 1740 wurden die Pferde im Winter auf die königlichen Güter verteilt. Ab 1742 jedoch baute der Architekt Laurits von Thurah im Auftrag des Königs einen großen Gestütskomplex, der 1746 fertiggestellt wurde und den Namen „Frederiksborg Ladegaard“ erhielt. Ungefähr in der gleichen Zeit begann der Bildhauer Saly seine berühmte Reiterstatue, die nicht nur als eines der besten Reiterdenkmäler in der Kunst gilt, sondern auch zum Symbol des Frederiksborger Pferdes wurde. Es dauerte 22 Jahre, bis Saly das Denkmal fertig gestellt hatte. Die Asien Handelskompanie, Auftraggeber des Geschenks an den König, ruinierte sich benahe durch dieses Projekt. Eine Karte von 17065 zeigt die Ausweitung des Gestüts im Amt Frederiksborg. Hier sieht man das Zentralgestüt und dessen Umgebung (Westufer See Esrum, Umgebung Schloss Frederiksborg, und der „Den großen Tiergarten“). Aus dieser Zeit stammt auch ein Bericht über den Zustand der einzelnen Vange (Koppeln) und ihre Nutzung.

Neue Töne

In den folgenden Jahren geriet das Gestüt in eine Krise, unter anderem wegen der Inzucht. Außerdem begann man unter Struensees Regime (1771 bis 1773) mit der Verkleinerung des Betriebes. Die aus England stammende Königin Caroline Mathilde, Ehefrau von Christian VII., war wohl die letzte Königin, die Pferde für den persönlichen Gebrauch in großem Stil hielt, nämlich zwei Reitpferde und 31 Fahrpferde. Die Aufklärung und ihre Philosophie wirkten sich auch auf die Ökonomie des Gestütswesens aus. Um beim Unterhalt des Gestütes zu sparen, beschloss man, die meisten der Pferde des Frederiksborger Gestütes zu versteigern. Der Ausverkauf geschah im Rahmen einer Auktion auf Schloss Christiansborg und zog Pferdespezialisten aus ganz Europa an. Der verkaufte weiß Hengst „Pluto“ wurde einer der Stammväter der berühmten Lipizzaner, eine Stute die Stammmutter der russischen Orlow-Traber. Der Verkauf konnte den Niedergang des Gestüts nicht stoppen. Man versuchte ab 1176 die verbliebenen Pferde aus den einzelnen Gestütsteilen miteinander zu kreuzen und erhielt einige positive Resultate, wohingegen das Experiment der Auswilderung einer Herde im „Fanestoddet“ fehlschug. Im Jahre 1790 wurde das königliche Gestüt dem Landesgestütswesen unterstellt und sollte, zum Nutzen der Allgemeinheit, die Pferdezucht der Bauernpferde verbessern. 

 

 

Die große Reduktion

Als Nationalsymbol widerstand das Frederiksborger Pferd bisher allen Krisen. Erst im Jahre 1799 wurde der Gestütsbetrieb ernsthaft eingeschränkt. Die so genannte große Reduktion findet 1799 statt: 1170 Hektar Land wurden dem kleinen, neu entstandenen Gestütshof „Fauerholm“ zugesprochen und die fünf ehemaligen Gestütsvange rund um den See Esrum wurden der Waldbehörde unterstellt. Die Wald- und Landreform am Ende des 18. Jahrhunderts machte die weitere Betreibung des Gestüts unmöglich. Das ehemalige Gestütsland wurde zu Ackerland und für die Ansiedlung von Bauern in kleinere Parzellen zerstückelt. De facto endete der Gestütsbetrieb aber erst im Jahre 1840, als offiziell die Pflicht der Bauern abgeschafft wurde, dem Gestüt Futter zu stellen und für den Betrieb zu arbeiten.

Text (Übersetzung: Inka Bennemann) und Bilder von www.oresundstid.dk/ freundlich zur Verfügung gestellt von Anne Fjelbro Petersen

Quelle(n)

http://www.frederiksborger.de

Foto-Galerie

Junker Langløkkegård 2009
Bæveren II, geb.1782
Frederiksborger Wallach
Reiterdenkmal von Jaques Saly auf dem Schlossplatz von Amalienborg
Frederiksborger

Frederiksborger